Wenn jemand ein gutes Zeugnis hat und Leute zum Glauben kommen – wie kannst du sie dann kritisieren?

Oft wenn wir gegen eine Bewegung sind, gibt es Leute, die annehmen, dass wir die Feinde von denen seien, die mit dieser Bewegung in Verbindung gebracht werden. Viele haben den Vorschlag gemacht, dass unser Dienst wirksamer wäre, wenn wir nur für gute Dinge anstatt gegen schlechte Dinge predigen würden; die Erfahrung hat uns jedoch gelehrt, dass keiner effektiv für etwas eintreten kann, ohne gleichzeitig gegen das ins Feld zu ziehen, das dagegen steht.

Du wirst mittlerweile gemerkt haben, dass wir gegen sinnliche Rockmusik sind – nicht nur in der Gemeinde, aber auch im christlichen Zuhause. Vielleicht nimmst du jetzt an, dass wir glauben, dass alle, die Rockmusik verwenden oder unterstützen, Diener Satans seien und als solche für eine Ewigkeit ohne Christus verdammt wären. Das entspricht nicht dem, was wir lehren oder glauben.

Die Schrift gibt uns nicht das Recht, das Herz eines anderen zu be- oder verurteilen, was auch einschließt, Vermutungen über Motive oder Aufrichtigkeit anzustellen. Das ist Gottes Sache. Er allein hat das Recht, Belohnungen und Strafen zu bestimmen. Wir alle sehnen uns danach, das „Recht so, du guter und treuer Knecht!“ zu hören (Matt. 25,21). Wir haben ein Verlangen danach, dass Gott unsere Treue anerkennt und lobt. Aber Treue zu was?

Wenn ich Gott liebe, wird meine Treue sichtbar werden: in meiner Liebe zu Ihm, meinem Gehorsam Ihm gegenüber, was meine höchste Priorität ist - und auch darin, wie treu ich bin in meiner Reaktion auf Dinge, die einen falschen Eindruck von Ihm vermitteln. Wenn man Gott falsch darstellt, heißt das, dass nicht der Gott der Bibel anerkannt wird, sondern ein Götze der Einbildung. Ganz egal, wie wohlwollend oder gütig dieser imaginäre Götze sein mag – es ist nicht der Gott der Schrift. A. W. Tozer erklärte dazu:

Es gibt ein geheimes Gesetz der Seele, demzufolge wir uns auf unser mentales Bild von Gott zubewegen. Dies gilt nicht nur für den einzelnen Christen, sondern auch für die Christen als Ganzes, die Gemeinde. An dem, wie sich die Gemeinde Gott vorstellt, kann man am besten erkennen, wo sie steht – in dem gleichen Maß, wie ihre wichtigste Botschaft die ist, was sie über Ihn sagt oder ungesagt lässt, denn ihr Schweigen ist oftmals beredter als ihr Reden.1

Wenn ich im positiven Sinne die Wahrheit Gottes verkündige, soll ich dann mit Schweigen reagieren auf die, die ein unvollständiges und falsches Bild von Gott vermitteln? Sollte ich mich mehr darum bemühen, zu den Leuten nett zu sein oder treu zum Herrn zu stehen? Wir müssen uns nicht für eines von den beiden entscheiden – wir sollen beides tun, wobei Gott aber Vorrang hat.

Wir glauben, dass Zeitgemäße Christliche Musik (CCM = „Coole“ Christliche Musik) ein unvollständiges und falsches Bild davon gibt, Wer Gott ist. Es gibt Ausnahmen – einige akzeptable Lieder sind unter der allgemeinen Kategorie von CCM geschrieben worden. Aber das vorliegende Buch gibt – wie auch die das vorige, Der Kampf für die Christliche Musik – biblische Gründe dafür an, dass man wegen dieser breiten und einflussreichen Bewegung, die direkte Auswirkungen auf unser Leben hat, alarmiert sein sollte. Man findet Christen auf beiden Seiten der CCM-Kontroverse. Wir akzeptieren als Geschwister im Herrn viele Künstler und Komponisten, deren Musik und Zielsetzung wir ablehnen. Wir stellen über ihre Motive keine Vermutungen an und äußern auch keine Zweifel bezüglich ihrer Errettung. Wir können jedoch nicht mit Schweigen auf ihre unbiblischen Methoden reagieren. Gott beurteilt das Herz, aber der Mensch geht nach dem Äußeren (1. Sam. 16,7).

Wir werden an unseren Früchten erkannt (Matt. 7,20). Die Frucht ist das, was äußerlich sichtbar wird – so zeigen unsere Handlungen, wie unser Herz ist. Durch Beobachtungen und Kenntnis der Schrift können wir mit Unterscheidungsgeist Schlüsse ziehen, die auf dem beruhen, welche Früchte im Leben anderer zu erkennen sind. Man ist nicht ungehorsam oder „unchristlich“, wenn man in dieser Weise Entscheidungen trifft. Wenn jemand glaubt, er sei ein besserer Christ, wenn er dieser Verantwortung nicht nachkommt, so ist das Ungehorsam – ja, Arroganz.

In der Tat beginnen einige im CCM-Lager damit, dieselben Beobachtungen zu machen, die du hier gelesen hast. Vor einigen Jahren drückte John Fischer, der regelmäßig für die Zeitschrift Zeitgemäße Christliche Musik schrieb, in einem Leitartikel seine Besorgnis darüber aus, welche Thematik in CCM angesprochen wird. Betrachten wir folgende Auszüge seines Artikels „Gott wird verwässert“ (die Hervorhebungen stammen von mir):

Ich bemerkte es auf einer Fahrt quer durch Florida, von Küste zu Küste... als ich die ganze Zeit einen christlichen Radiosender mit CCM hörte. In fast jedem Lied lag die Betonung auf der Liebe Gottes, aber ich kann nicht sagen, dass ich nach diesem 2-Stunden-Marathon irgendetwas Bestimmtes über Gottes Liebe herausgefunden hatte – außer dass sie echt war, dass sie mich wie in einem Meer ertränkte, dass sie sich über mich ergoss, ihre Arme um mich legte und mich ganz fest umschlungen hielt, und dass ich mich wegen ihr ziemlich großartig fühlte. Was mich aber störte, war die Tatsache, dass fast alles - wenn nicht sogar alles - auch von jemand anderem außer Gott hätte stammen können.
In dieser Liebe gab es kein Kreuz. Keine Sünde. Keine Schuld. Keine Erlösung. Keine Gnade. Kein Opfer. Keine Verpflichtungen. Keine Verbindlichkeiten.Kein Reinigen. Keine Vergebung. Kein Blut. Kein Tod. Kein Himmel. Keine Hölle. Kein Erretter. Keine Notwendigkeit, errettet zu werden. Nur Liebe. Viel, viel Liebe – Liebe, von der es nur so triefte. Es waren keine Lieder über Gottes Liebe, es waren Lieder über die Liebe im Allgemeinen, wobei Gott als ihr Urheber genannt oder angedeutet wurde.
Ich denke, dass ich vielleicht weiß, warum das so ist. Da jetzt eine reale Möglichkeit besteht, zum kommerziellen Erfolg hinüberzuwechseln... ist die Versuchung da, ein Lied zu schreiben, das genau an der Grenze ist – das für den kommerziellen Markt allgemein genug ist, aber das doch noch ausreichend viel von Gott beinhaltet, um sicherzustellen, dass es sich im Falle eines Flops zumindest auf dem christlichen Markt gut verkaufen lässt. Dies ist ein gefährlicher Kompromiss – wenn die Liebe und der Charakter Gottes auf dem Spiel stehen.
Wenn wir christliche Musik schreiben wollen, die von christlichen Radiosendern gespielt werden soll... dann sollten wir uns besser daranmachen, christliche Lieder zu schreiben. Wir sollten den Leuten sagen, wer Gott ist, was Er am Kreuz tat, was mit uns verkehrt war, dass Er das tun musste, was Er tat... wie man Ihn persönlich kennenlernen kann, wie verloren wir ohne Ihn sind, was es bedeutet, Ihm jeden Tag zu folgen und wo wir eines Tages landen werden, wenn das hier alles vorbei ist. Sonst werden die Leute verzweifelt zu uns kommen und Antworten haben wollen, und alles, was sie bekommen werden, ist eine Art Disco mit christlichen Liebesliedern – dasselbe, was sie schon haben, mit bisschen was von Gott darin.2
Es ist unglaublich, dass ein Vertreter von CCM so etwas zugibt! Und er trifft den Nagel auf den Kopf! Vor kurzem äußerte ein bekannter CCM-Musiker beißende Kritik an seiner Bewegung. Steven Camp schrieb Ein Ruf nach Reformation in der CCM und ihrer Vermarktung – was zu einer Spaltung quer durch das CCM-Lager führte. Er wurde nach der Veröffentlichung dieser Schrift sowohl hoch gepriesen als auch in bösartigster Weise angegriffen. Wir bringen im Folgenden einige Auszüge:
Dieses Schreiben ist ein Ruf nach Reformation – ein Fanfarenruf nach der Wiederentdeckung biblischer Christenheit im Bereich der Künste... Die feindliche Schlange in der Gestalt des Kompromisses ist in das Lager eingedrungen – durch Jahre fadenscheinigen Lebens, verdrehter Lehre und seit kurzem sogar durch säkulare Inhaber christlicher Musikverlage... Die Krux an dieser Sache ist, dass sich das, worum sich unsere Branche dreht, verlagert hat... Was heute rein ist, wird morgen zwangsläufig beschmutzt werden, wenn wir nicht „den alten Sauerteig ausfegen“.
Zeitgemäße Christliche Musik begann ursprünglich damit, Jesus Christus ganz offen als Herrn kundzutun. Innerhalb einiger Jahre traten verschiedene allgemeine Titel und Bezeichnungen an die Stelle Seines Namens, wobei letztlich der Name Gottes und der unspezifische Beiname „Liebe“ herausgefiltert wurden. Dies führte zu einer Vielzahl von Pseudonymen: „Der Mann im oberen Stockwerk“, „Meine Höhere Macht“, „Unser Fachmann für Werte in der Familie“... Für dieses biblische Analphabetentum habe ich den Begriff theologisches Blabla geprägt – biblische Sprache, die auf unverständliches Kulturgequatsche reduziert worden ist... Das Objekt des Glaubens ist nicht länger Christus, sondern unsere Selbstachtung; das Ziel des Glaubens ist nicht länger Heiligkeit, sondern unser Glücksgefühl; und die Quelle des Glaubens ist nicht länger die Schrift, sondern unsere Erfahrung. Die christliche Musik spiegelt dies zur Zeit wider. Wir sind dabei, eine neue Generation von Menschen heranzuziehen, die ihren Gott „spüren“, aber ihren Gott nicht kennen.
Es ist zu bedauern, dass die Musik des Himmels an die Welt verkauft worden ist... Musik mit der frohen Botschaft des Evangeliums ist zu einer Musik für den Moment geworden, nicht aber für die Ewigkeit. Vergängliche, weltliche, triviale Inhalte, die die Gottheit abwerten und „gefühlte Bedürfnisse“ erheben über „wirkliche Bedürnisse“ der Ewigkeit, bringen eine absatzorientierte Wegwerf-Musik mit Zuckerwattengeschmack hervor...
Moralischer Pluralismus und falsche Formen von Ökumene sind die legasthenischen Lehren von heute. Ein politisch korrektes, auf Null reduziertes Evangelium, das nur das Fleisch anspricht, und die synkretistische Methodologie in der Kommunikation durch die Künste haben danach getrachtet, das wahre „Evangelium nach Jesus“ zu ersetzen...
Ist die Wurzel von dem allen vielleicht die Gier nach Geld?... Das Abweichen vom Wort Gottes kommt jetzt in unserer Musik, unseren Texten, Geschäftspraktiken und Verbindungen ganz klar zum Vorschein.
Lasst uns von einer Branche Abstand nehmen, die allem voran Christus verraten hat, und lasst uns – mit Gottes Gnade – das daraus machen, was es immer sein sollte... einen Dienst: Sein Werk tun auf Seinem Weg, gemäß Seinem Wort, durch Seinen Heiligen Geist.
Wenn christliche Künstler heute das alte Lied der Welt nehmen, es neu aufziehen, anpassen und dann behaupten, dass es die Person Jesu Christi, eine christliche Botschaft oder den Charakter Gottes repräsentieren und beschreiben würde, vergehen sie sich am Evangelium und schmälern die Gabe, die ihnen anvertraut worden war. Dies ist im besten Fall unangemessen und im schlimmsten Fall gotteslästerlich.

Wir erinnern uns, dass dies nicht die Worte des Autoren sind, sondern die eines erfolgreichen Vertreters von CCM. Beachte, wieviele Male er den Charakter Gottes und eine wahre und richtige Darstellung Seiner Eigenschaften verteidigt. Nach dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion und der darauffolgenden offenen Tür für das Evangelium schrieben die nicht registrierten Gemeinden Russlands einen offenen Brief an die Gemeinden in den Vereinigten Staaten von Amerika und baten flehentlich darum, dass CCM nicht in ihr Land importiert werden würde. Hier sind die Gründe für ihre Bitte:

Diese Bürde liegt schwer auf unseren Herzen. Viele kommen mit der Bibel in der Hand – und Rockmusik. Wir sind von diesem Bild der Christenheit peinlich berührt.
Rockmusik hat nichts mit Dienst oder Arbeit für Gott gemein. Wir sind sehr, sehr dagegen, dass „christliche“ Amerikaner dieses falsche Bild vom „Dienst für Gott“ in unser Land hineinbringen. Wir brauchen geistliches Brot; bitte gebt uns wahres Brot, nicht falschen Kuchen. Es ist wahr, dass Rockmusik Menschen in die Gemeinde bringt - aber nicht dazu, Gott wohlgefällig zu leben.
Entweiht nicht unsere Teenager damit. Sogar die Ungläubigen erkennen die Rockmusik als unheilige Musik und sie können nicht verstehen, wie amerikanische „Christen“ so sehr wie die Welt sein können. Wir können euch mitteilen, dass nachdem russische Ungläubige diese Rockkonzerte besucht haben, wo das Wort von Christus gepredigt wurde, die Leute sehr enttäuscht waren und jegliche Illusionen über das Christentum verloren.

In einem Brief an den Herausgeber von Christianity Today (1/94) macht der Schreiber, der offensichtlich nicht ein Feind von CCM ist, die folgende Beobachtung:

Ohne CCM von vorneherein verdammen zu wollen, können wir doch feststellen, dass wir dadurch verarmt sind. Wenn ich die christliche Buchhandlung hier im Ort betrete, sehe ich die Musikabteilung, die halb so groß wie mein Haus ist: unzählige Reihen von Aufnahmen, die die weltliche Popmusikszene nachahmen.
Wenn es scheint, dass junge Leute nichts anderes als Popmusik schätzen, dann ist es deswegen, weil wir ihnen von Geburt an das vorenthalten haben, was ihnen zusteht. Ich habe gesehen, wie Theologiestudenten, die mit Rockmusik aufgewachsen waren, Mozarts Ave Verum Corpus voller Ehrfurcht sangen. Kinder mögen, was sie kennen. Wenn sie nichts anderes als Popmusik kennen, dann werden sie auch nichts  anderes mögen. Wenn eine christlich aufgemachte Nachahmung von Popkultur alles ist, was wir der nächsten Generation anbieten können, sollten wir vor Scham weinen.

Schauen wir uns an, was Stan Moser, ehemaliger Hauptgeschäftsführer von Star Song Record und ein „Veteran“ in den Reihen der CCM, der 26 Jahre als Produzent wirkte, dazu bemerkt:

Offengesagt, wenn ich mir die meisten Lieder und Musikstücke, die ich heute höre, anschaue, dann denke ich, dass sie mehr oder weniger alle ohne Bedeutung sind.
Es gibt einige wirklich gute; und es gibt einige großartige Musiker. Aber egal welche Zeitschrift über christliche Musik ich in die Hand nehme – ich frage mich immer wieder: „Was ist das? Warum in aller Welt geben sie sich überhaupt damit ab?“ Die Antwort ist, weil wir die Gelegenheit zum guten Geschäft und für die Existenz der Medien geschaffen haben. Jetzt sind wir verpflichtet, etwas herauszugeben, damit die Läden etwas verkaufen können und damit die Zeitschriften über etwas schreiben können. Wir werden getrieben von dem „Es ist höchste Zeit für eine neue Aufnahme.“ Im Endeffekt läuft alles daraufhinaus: „Wenn es kommerziell etwas bringt, dann produziere es.“
Es besteht eine immer tiefer werdende Kluft zwischen CCM und der Gemeinde – zwischen dem, was in der realen Welt des Dienstes oder sogar im Musikdienst der Gemeinde passiert, und dem, was wir in der CCM machen. In der Tat würde ich unserer Branche eher den Namen „kommerzielle christliche Musik“ als „zeitgemäße christliche Musik“ geben.3

Warum nehmen wir uns so viel Zeit, um all das Material, das wir hier zitiert finden, zu betrachten? Wir erinnern uns an die Frage, die wir beantworten wollen: Warum sollte man jemanden kritisieren, der doch anscheinend von Gott verwendet wird? Wenn wir Gott treu bleiben wollen, müssen wir gegen Bewegungen und Einzelne sein, die ein unklares oder unwahres Bild von Gott geben. Alle, die wir in den oberen Abschnitten zitiert haben, geben von Herzen ihrer Überzeugung Ausdruck, dass CCM eine unklare und oftmals widersprüchliche Sicht auf Gott vermittelt. Diese Aussagen haben Durchschlagskraft, weil sie von Vertretern der CCM stammen; hilfreich sind sie nur in beschränktem Maß, weil sie nicht spezifisch darauf eingehen.

Uns ist klar, dass wenn wir uns gegen CCM aussprechen, die Leute vielleicht denken: „Ja, natürlich sagt er das, weil er diese Art von Musik nicht mag.“ (Wer beurteilt jetzt Motive?) Wir sind nicht gegen CCM, weil wir sie nicht mögen. Wenn wir uns dafür entscheiden würden, sie anzuhören, könnten wir tatsächlich ein Verlangen nach CCM entwickeln - oder sogar nach weltlicher Rockmusik! Ehrlich gesagt wäre die Musik nicht so unglaublich populär, wenn sie nicht in diesem Ausmaß unser Fleisch ansprechen würde. Aber es hat auch mit etwas zu tun, das viel tiefer geht.

Wie können wir etwas unterstützen, das bewusst oder unbewusst die Herrlichkeit Gottes und Seinen Ruhm verschleiert und in den Hintergrund drängt – wenn wir Ihn wirklich lieben? Pop- und Rockmusik ist ansprechend, weil sie sinnlich ist. Wenn wir die Texte aller dieser Lieder lesen und deren Zweideutigkeit, bzw. das Fehlen der Botschaft sehen; wenn wir beobachten, wie CCM-Musiker ihre Musik aufführen, wie sie wirken mit ihrer Stimmführung, mit ihren Körperbewegungen und der Art und Weise, wie sie singen – ganz gemäß dem, was der Welt gefällt; wenn wir sehen, wie sich Konzerte endlos aneinanderreihen und die PR einzelne Musiker so hervorhebt und glorifiziert – dann müssen wir uns die Frage stellen: „Ist das gesund für die Christenheit?“ Viele haben zugegeben, dass dem nicht so ist. Diejenigen unter uns, die zu diesem Schluss gekommen sind, wollen andere warnen, die nachfolgen.

„Aber was ist mit denen, die errettet sind?“, fragst du jetzt vielleicht. Lass mich das folgendermaßen veranschaulichen: Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, siehst du oft in der Nähe der Straße und in der Umgebung Graffitis. Stell dir nun vor, dass du auf der Autobahn fährst und an einem Brückenpfeiler hingesprayt siehst: „Vertraue Jesus!“ Wäre es möglich, dass jemand beim Vorbeifahren die Worte lesen und dadurch überführt werden könnte? Möglicherweise. Vielleicht würde der Schriftzug etwas aus der Vergangenheit in Erinnerung rufen – ein Traktat oder eine Predigt. Der Heilige Geist könnte die Botschaft verwenden, um diese Person von ihrer Sünde zu überzeugen – sogar so weit, dass sie Jesus als Heiland annehmen würde. Würde die Person wirklich errettet werden? Natürlich. Und jeder Christ würde darüber voller Freude sein. Was ist aber mit demjenigen, der den Brückenpfeiler angesprayt hat? Jubeln wir ihm als einem wunderbaren Zeugen zu? Preisen wir seinen Erfindungsgeist darin, das Evangelium hinauszubringen? Nein. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass diese Person gegen das Gesetz verstoßen hat. Es ist illegal, Brückenpfeiler mit Graffitis zu versehen. Sind Leute dadurch zum Glauben gekommen? Ja. Entschuldigen wir die illegale Methode – aufgrund sichtbarer Resultate? Nein. 2. Timotheus 2,5 sagt uns: „Wenn aber auch jemand am Wettkampf teilnimmt, so erhält er nicht den Siegeskranz, er habe denn gesetzmäßig gekämpft.“

Gott belohnt Treue. Wir müssen Gottes Arbeit auf Gottes Art und Weise tun und Ihm die Resultate überlassen. Wenn wir bei unserer Beschreibung von sinnlicher Musik korrekt sind und wenn wir Gottes Wort in Bezug auf Standards, Methoden und Prinzipien der Musik richtig „schneiden“ und anwenden, dann müssen wir zu dem Schluss kommen, dass einige Christen Methoden anwenden, die im biblischen Sinne illegal sind – ungeachtet der Resultate. Diese Position ist vielleicht nicht sehr populär, aber sie ist richtig.

Niemand sollte Gefallen daran haben, Namen zu nennen. Aber manchmal ist es notwendig und wir dürfen nicht davor zurückschrecken. Obwohl wir niemals Leute angreifen sollen, müssen wir doch auf Irrtum und Irrlehre hinweisen. Wir brauchen keine Prediger, die in ihrem Dienst vorrangig Einzelne oder Gruppen attackieren – dies ist eine ziemlich selbstgefällige Vorgehensweise, die gegen die Schrift verstößt. Wir sollten uns darauf konzentrieren, Gott zu lieben, Ihm zu gehorchen und uns gegen jede Art von Bewegung oder Methode auszusprechen, die Ihn falsch darstellt.

(Übersetzt aus Harmony at Home/Tim Fisher; Seiten 129-137; #8)

© 2003 für D, A, CH: impact e.V.


  1. A. W. Tozer, Die Erkenntnis des Heiligen (New York: HarperCollins Publishers, 1961), S. 1
  2. John Fischer, „Gott wird verwässert“, CCM Magazine, Jan. 1995, S. 76
  3. Christianity Today Magazine, 20. Mai 1996, Ausgabe 40, Nr. 6, S. 26