Habe ich nicht die Freiheit, außerhalb der Gemeinde die Musik zu hören, die ich will?

Es geht hier um die Freiheit, die wir als Christen haben. Während man sich in christlichen Kreisen oft und gerne auf die „Freiheit“ beruft, wird diese heute in den Gemeinden sehr oft falsch verstanden und angewendet. Wir hören die Ausrede: „Solange ich damit kein Problem habe, habe ich die Freiheit, das zu tun, was mir gefällt.“ Einige Christen glauben: „Solange ich mit dem, was ich tue, keinen anderen verletze, macht es nichts aus.“

Die christliche Freiheit ist eine biblische Wahrheit, die im Neuen Testament mehrere Male angesprochen wird, vor allem in Römer 8, Römer 14, 1.Kor.8, Galater 5 und 1.Petrus 2. Bei fast allen Bibelstellen, die wir betrachten werden, ist das Wort „Freiheit“ im Griechischen eleutheria; Strongs Konkordanz definiert es als „die Freiheit, Dinge zu tun oder nicht zu tun, die in keinem Bezug zur Errettung stehen.“

Diese Definition bringt einen wichtigen Gedanken auf: Christliche Freiheit ist nicht die Freiheit, dass ich nach meiner Errettung alles das tun kann, was ich will; dagegen ist es die Freiheit, das zu tun, was Gott von mir möchte – nach meiner Errettung. „Die Freiheit, das zu tun, was ich will“ ist nicht die Bedeutung von Freiheit – das ist die Bedeutung von Zügellosigkeit.

Die genaue Bedeutung von christlicher Freiheit ist die Freiheit, Gott und die Menschen zu lieben und ihnen zu dienen; deshalb wird sie missbraucht, wenn man sie als Ausrede für lieblose Zügellosigkeit (Gal.5,13; vgl. 1.Petr.2,16; 2.Petr.2,19) oder unverantwortliche Rücksichtslosigkeit verwendet (1.Kor.8,9-12).1

Paulus warnte die Galater davor, dass sie es nicht zulassen sollten, dass ihre neugefundene Freiheit zu einer Art Ausgangsbasis für das Fleisch werde (Gal.5,13). Der verwendete Begriff beschreibt einen militärischen Feind, der sich Territorium aneignet, um unsere Abwehr zu schwächen.

Genau das passiert bei vielen christlichen Teenagern. Unter dem Banner der „Christlichen Freiheit“ beteiligen sie sich an fragwürdigen Aktivitäten, die in der Bibel nicht ausdrücklich verboten sind. „Es kann doch nicht so schlimm sein“, oder „Ich habe damit keine geistlichen Probleme“ wird oft angeführt, um ein solches Tun zu rechtfertigen. Unreife Christen, die diese Art von Logik verwenden, ziehen nicht in Betracht, was der Hauptgedanke von Paulus war, als er die christliche Freiheit beschrieb.

Wenn du die oben erwähnten Bibelstellen liest, wirst du sehen und auch zugeben, dass jedesmal, wenn Paulus sagt: „Ich habe die Freiheit dazu“, der Zusatz folgt „deswegen werde ich es nicht tun.“ Eines seiner Beispiele ist das Essen von Fleisch, das Götzen geopfert worden war. Paulus stellt in 1.Kor.8,8 fest, dass es nicht um das Essen (oder das NichtEssen) des Fleisches geht; keines von beiden macht uns „angenehm vor Gott“. Einige Christen halten genau hier an und folgern, dass auch sie die Freiheit haben, „Fleisch zu essen“. Aber sehen wir uns an, wie es weitergeht in dem Beispiel, das Paulus gibt. In Vers 9 warnt er die Christen wie folgt: „Seht aber zu, dass nicht etwa diese eure Freiheit den Schwachen zum Anstoß werde!“ Sein eigener persönlicher Standpunkt im letzten Vers des Kapitels lautet: „Darum, wenn eine Speise meinem Bruder Ärgernis/Anlass zur Sünde gibt, so will ich nie und nimmermehr Fleisch essen, damit ich meinem Bruder kein Ärgernis gebe.“

In Galater 5 behandelt Paulus die Freiheit im Zusammenhang mit der bei den Juden geforderten Beschneidung. Er betont, dass wenn wir in Christus sind, die Beschneidung nichts bewirkt (Vers 6). Seine Lehre hier ist wieder, dass, auch wenn wir zur Freiheit berufen sind, wir diese nicht dazu gebrauchen sollen, es Satan zu erlauben, in unserem Fleisch einen Stützpunkt auf und auszubauen. (Vers 13).

Römer 8 beginnt mit der Wahrheit, dass uns Christus freigemacht hat (Vers 2), aber es ist die Freiheit von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Wir sind jetzt frei und können im Geist wandeln, weil wir zu Kindern Gottes gemacht worden sind (Vers 16). Unsere Freiheit ist die Fähigkeit, das zu tun, was richtig ist, nicht das, was wir wollen.

Römer 14 behandelt das Thema des Essens. Dieser Abschnitt, der oft zitiert wird, bespricht auch das Hervorheben eines Wochentages über einen anderen. Paulus sagt, dass, auch wenn Christen beider Seiten (Verse 56) dem Herrn dienen können – in dem Zusammenhang, der genannt wird – das vorrangige Prinzip immer noch das ist, den anderen in Liebe zu respektieren. Schauen wir nochmal den Text an – man beachte die Verneinungen, die Paulus verwendet: „Lasst uns nun nicht mehr einander richten, sondern haltet vielmehr das für recht, dem Bruder keinen Anstoß oder kein Ärgernis zu geben!“(Vers 13) „Denn wenn dein Bruder wegen einer Speise betrübt wird, so wandelst du nicht mehr nach der Liebe.“ (Vers 15) Und schließlich: „Es ist gut, kein Fleisch zu essen, noch Wein zu trinken, noch etwas zu tun, woran dein Bruder sich stößt.“ (Vers 21) Wir haben als Christen die Freiheit, alles zu meiden, was unseren Geschwistern im Herrn Anstoß geben würde. Die Schrift verheißt uns Freude, wenn wir so leben, denn in Vers 22 lesen wir: „Glückselig, wer sich selbst nicht richtet in dem, was er gutheißt!“ Wie traurig ist es doch, dass so viele Christen Römer 14 verwenden, um Geschwister dafür zu schelten, weil sie „schwächer“ seien – anstatt von der Gnade ihrer eigenen Freiheit Gebrauch zu machen und sie zu ermutigen.

Schließlich warnt uns 1.Pe.2,16 davor, unsere Freiheit als Deckmantel für unrechte Taten zu verwenden; stattdessen sollen wir unsere Freiheit ausüben, um Gott zu dienen. Nirgendwo in diesen Versen wird uns die Freiheit gewährt, das zu tun, was wir wollen. Dagegen sind wir freigemacht von der Sünde, um in der Kraft des Heiligen Geistes das zu tun, was Gott gefällt.

Christliche Freiheit ist die Freiheit von der Sklaverei der Sünde. Wir sind nicht länger in der Knechtschaft Satans. Deswegen sagt uns Paulus in Gal.5,1: „Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“ Im Kapitel davor führte er an dieses Prinzip heran, als er die Galater fragte – da sie jetzt Gott erkannten und von Ihm erkannt wurden – „Wie wendet ihr euch wieder zu den schwachen und armseligen Elementen zurück, denen ihr wieder von neuem dienen wollt?“ (Gal.4,9) Sogar ihre Anstrengungen, das Richtige zu tun, waren Knechtschaft, weil sie sich abmühten, das Gesetz zu halten, um ihr Heil zu verdienen. Unter dem Gesetz des Alten Testamentes hatten sie nicht die Kraft des Heiligen Geistes – Christen haben diese aber. Es ist nicht richtig, vom Geist geführten Gehorsam mit dem Etikett der Gesetzlichkeit zu versehen. Christus hat uns von jener Sklaverei befreit und uns die Freiheit gegeben, das zu tun, was richtig ist – und Er befähigt uns dazu durch Seinen Geist. Ein Autor beschreibt dies als das Ersetzen von alter Knechtschaft mit neuer:

Diese neue Freiheit ist jedoch nicht nur Freiheit von dem, was uns früher beherrschte; es ist auch Freiheit zu neuem Gehorsam Gott gegenüber – Freiheit, die so komplett und umfassend ist, dass Paulus paradoxerweise von einer neuer Knechtschaft spricht, die die alte ersetzt, eine Knechtschaft zu Gerechtigkeit und Gott hin (Röm.6,18-22), die Leben zur Folge hat und nicht den Tod.2

So, hast du nun die Freiheit, jede beliebige Art von Musik außerhalb der Gemeinde zu hören? Die Antwort lautet: Als Christ hast du jetzt die Freiheit, jederzeit genau die Musik zu hören, von der Gott möchte, dass du sie hörst. Du befindest dich nicht länger in der Knechtschaft des Fleisches und bist nicht mehr durch das Fleisch daran gebunden, die Musik der Welt zu hören. Du hast jetzt die Freiheit, dich durch Gottes Wort vom Heiligen Geist in dem, was du im Bereich der Musik entscheidest und auswählst, leiten zu lassen. Du bist frei und kannst Phil.4,8 auf alle Aspekten dessen, was du hörst – Geistliches und Säkulares – anwenden. Du kannst 1.Joh.2,15-17 in freien Zügen auf alle deine Aktivitäten anwenden – ohne befürchten zu müssen, dass du Gott ungehorsam bist.

Wenn eine Aktivität in der Bibel nicht spezifisch erwähnt ist, dann gibt es immer biblische Prinzipien, denen wir folgen können die uns dabei helfen, gute Entscheidungen zu treffen und bei der jeweiligen Auswahl Unterscheidungsgeist zu haben. Diese Prinzipien kann man in 5 einfachen Fragen zusammenfassen: 3

  1. Ist es hilfreich und förderlich in körperlicher, geistlicher und geistiger Hinsicht?
    „Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles ist nützlich.“ (1.Kor.6,12a)
  2. Bringt es mich in seine Gewalt/macht es mich abhängig?
    „Alles ist mir erlaubt, aber ich will mich von nichts beherrschen lassen.“
    (1.Kor.6,12b)
  3. Werden andere dadurch verletzt/gibt es anderen einen Anstoß?
    „Darum, wenn eine Speise meinem Bruder Ärgernis gibt, so will ich nie und nimmermehr Fleisch essen, damit ich meinem Bruder kein Ärgernis gebe.“
    (1.Kor.8,13)
  4. Wird Gott dadurch verherrlicht?
    „Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes!“
    (1.Kor.10,31)
  5. Sind meine Eltern damit einverstanden?
    „Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern im Herrn! Denn das ist recht.“
    (Eph.6,1)

In ihrer hilfreichen Studie Streben nach Exzellenz geben Ron und Inge Cannon spezifische Richtlinien für die Bewertung und Beurteilung von Musik. Die folgende Checkliste wird dir und deiner Familie dabei helfen, eine bessere Unterscheidung bei der Bewertung von Musik zu bekommen.4 Achte auf den direkten Zusammenhang dieser Punkte mit Philipper 4,8:

I. Gott wohlgefällige Musik muss rein sein.

II. Gott wohlgefällige Musik muss eine Ordnung aufweisen.

III. Gott wohlgefällige Musik muss erbauend sein.

(Übersetzt aus Harmony at Home/Tim Fisher; Seiten 157-162; #12)

© 2003 für D, A, CH: impact e.V.


  1. Das Neue Bibellexikon (Wheaton, Illinois: Tyndale House Publishers, Inc.), 1962
  2. Achtemier, Paul J., Th.D., Harpers Bibellexikon (San Francisco: Harper and Row, Publishers, Inc.), 1985
  3. Fragen 1 und 4 stammen von Jerry Bridges, Das Streben nach Heiligkeit (NavPress, 1978)
  4. Übernommen von Ron und Inge Cannon, Streben nach Exzellenz (Oak Brook, IL: Institute in Basic Life Principles, 1989), S. 48-49