Warum sind die verschiedenen Musikstile nicht etwas Neutrales?

Wenn die Liedtexte gut sind, was macht dann die Musik aus?

In der Bibel gibt es nichts, womit man belegen kann, dass Musik neutral ist. In 1.Samuel 16 lesen wir, dass König Saul in der Musik von David moralische, körperliche und emotionale Hilfe und Erleichterung fand (Vers 23). Man beachte, dass es sich um reine Instrumentalmusik handelte („David nahm die Zither und spielte darauf mit seiner Hand.“) Oft wird in diesem Abschnitt übersehen, dass Saul zuvor von seinen Knechten den Rat bekam, einen Musiker zu suchen – zu dem ganz bestimmten Zweck, dass ihm dadurch geholfen werden würde! Lies dazu die Verse 15-17:

Und die Knechte Sauls sagten zu ihm: Sieh, ein böser Geist von Gott ängstigt dich. Unser Herr befehle seinen Knechten, die vor ihm stehen, dass sie einen Mann suchen, der die Zither zu spielen weiß. Und es wird geschehen, wenn der böse Geist von Gott über dich kommt, so wird er mit seiner Hand spielen, und es wird besser mit dir werden. Und Saul sagte zu seinen Knechten: Seht euch nach einem Mann für mich um, der gut spielen kann, und bringt ihn zu mir!

Sauls Knechte wussten von der positiven Auswirkung guter Musik auf das moralische/körperliche/geistige Wohlbefinden des Königs. Ihre Worte zeigen, dass sie sicher waren, dass ihm dadurch geholfen werden würde: Ein gut ausgebildeter Musiker konnte mit seinen musikalischen Fähigkeiten und seinem Vortrag auf König Saul in dieser Weise einwirken. In dem Abschnitt hier gibt es keinen Raum für Neutralität – ebensowenig wie sonstwo in der Schrift. (In 2. Könige 3,15 sehen wir eine ähnliche Bewertung von Musik).

Das Grundprinzip der Musik in der Bibel und in unserem Leben können wir dort finden, wo das „neue Lied“ des Gläubigen angesprochen wird (Ps. 33,3; Ps. 40,4; Ps. 96,1; Ps. 98,1; Ps. 144,9; Ps. 149,1; Jes. 42,10; Off. 5,9). Wenn man diese Bibelstellen auch im Licht der „Erneuerung“, wie sie im Neuen Testament betont wird (Röm 12,1-2; 2. Kor. 5,17; Gal. 6,15; Eph. 4,24), betrachtet, so erkennt man, dass im erneuerten Leben eines Christen kein Platz für Musik ist, die den „alten Weg“ darstellt (d. h. den Weg der Welt oder Weltlichkeit). Musik, die Sinnlichkeit und Fleischlichkeit hervorhebt und fördert, kann nicht „vom Geist“ sein. Galater 5,17 macht das wieder deutlich:

Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr wollt.

Nirgendwo in der Bibel heißt es, dass wir jede beliebige Art von Musik dazu verwenden dürfen, um eine geistliche Botschaft zu übermitteln. 1. Kor. 2 wurde geschrieben, um uns zu lehren, wie wir geistliche Dinge sowohl Gläubigen als auch Ungläubigen vermitteln sollen. Vers 9 – oft missverstanden als ein Vers, der uns von der Herrlichkeit des Himmels erzählt – sagt uns eigentlich, dass wir geistliche Dinge nicht durch unsere Augen oder Ohren, nicht einmal durch unser Herz (Verstand) verstehen. Dagegen offenbart Gott geistliche Dinge durch Seinen Geist (Vers 10). Paulus betont wiedermals, dass wir „nicht in Worten reden, gelehrt durch menschliche Weisheit“ (Vers 13). Hier finden wir die Kernaussage dieses Abschnitts: Wir geben geistliche Wahrheit durch ein geistliches Medium weiter. Wenn wir sinnliche oder fleischliche Wege der Kommunikation einschlagen, hemmen wir das freie Wirken von Gottes Heiligem Geist. Im besten Fall ist ein geistlicher Liedtext mit sinnlicher Musik ein Durcheinander. Im schlimmsten Fall ist es Verspottung.

Nicht nur die Schrift zeigt uns, dass Musik nicht neutral sein kann, sondern auch die Geschichte. Überdenke die folgenden Zitate:

Musik ist der stärkste Reiz, der von den Sinnen wahrgenommen werden kann. Dass Musik nicht neutral ist, wird u. a. von der Medizin und der Psychiatrie in so überwältigendem Umfang belegt, dass ich mich offengesagt wundere, wie jemand ernsthaft etwas anderes behaupten kann. (Dr. Max Schön, Die Psychologie der Musik)
Rockmusik fördert Leidenschaften und propagiert Lebensmodelle, die keinerlei Bezug haben zu der Art, wie junge Leute leben können, die an der Universität studieren, oder auch zu den Zielen der Bewunderung, die von den Geisteswissenschaften her unterstützt werden.
(Allan Bloom, Das Schwinden des offenen Verständnisses in der amerikanischen Gesellschaft)
Die Emotionen und moralischen Werte von Rockmusik sind unvereinbar mit der christlichen Botschaft der richtigen Einordnung von Emotionen unter das Werk der Heiligung durch den Heiligen Geist im Leben des einzelnen Gläubigen – und sie stehen auch im Widerspruch zum Evangelium selbst. Deshalb ist christliche Rockmusik eine falsche Auslegung des Heiligen. (Andrew Minto, „Ist ‚Christliche Rockmusik‘ ein Widerspruch?“)
Die menschliche Seele verlangt nach Dingen, die höher, wärmer und reiner sind als die, die von der unerträglichen Musik von heute angeboten werden.
(Alexander Solzhenitsyn in einer Abschlussrede an der Harvard Universität im Jahre 1978)

So viele Menschen wollen mit aller Macht die Tatsache ignorieren, dass der Westen die einzige Zivilisation ist, die eine Art von Kunst [Rockmusik] geschaffen hat, deren einziger Zweck darin besteht, Wertvorstellungen anzugreifen.

(Martha Bayles, Loch in unserer Seele)

Diese Zitate zeigen deutlich, dass es bei dem Klang von Musik und dem, was vermittelt wird, keine Neutralität geben kann. In der Tat hat nie jemand den Versuch unternommen, Musik als moralisch neutral darzustellen – mit Ausnahme von Christen in den vergangenen 30 Jahren, die versuchen, Pop und Rockmusik in die Gemeinden zu bringen. Wenn jemand die Meinung vertreten will, dass alle Musikrichtungen moralisch neutral sind und deswegen keine Auswirkung auf die Botschaft der Texte haben, so steht er sich auf verlorenem Posten. Wie bereits erwähnt findet sich in der ganzen Weltgeschichte kein Einziger, der diesen Standpunkt je eingenommen hat.

Man kann die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen in den Bereichen der Naturwissenschaften, der Psychologie, Biologie, Geschichte, Philosophie, Musikwissenschaft und Theologie durchforsten und wird dabei nichts finden, was die moralische Neutralität von Musik stützen würde. Dieser Irrglauben begann in den Reihen der Anhänger von CCM (Contemporary Christian Music = Zeitgemäße/“Coole“ Christliche Musik) und fand auch nur dort weitere Unterstützung. Wenn es glaubwürdige Belege anderer Quellen – außer CCM - dafür gäbe, dass Musik (abgesehen von dem jeweiligen Text dazu) keinen moralischen Einfluss auf die Hörer hat, dann würden wir diese hier gerne nennen. Aber auch nach 25 Jahren intensiver Forschung und Recherche wissen wir von keiner einzigen wissenschaftlichen Dokumentation, die sich für die Neutralität von Musik ausspricht.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Rockmusiker nie ein Hehl daraus gemacht haben, was der Klang ihrer Musik (losgelöst vom Text) bewirken will. In unzähligen Interviews bringen diese Rockmusiker offen zum Ausdruck, was sie durch ihre Musik vermitteln, und sie verwenden dabei kein einziges Mal den Begriff „Neutralität“. Unreife Christen sind oft anderer Ansicht, weil sie meinen, dass ein Lied nur durch die Worte mit einer moralischen Botschaft ausgestattet wird. Aber hören wir uns einmal an, was Rockmusiker, Wissenschaftler, Ärzte und andere über die Botschaft von Rockmusik – unabhängig vom Text – zu sagen haben.

Ein unaufhörlicher Rhythmusschlag untergräbt den Sinn für Verantwortlichkeit in ähnlicher Weise wie Alkohol... Man meint, sich im erbarmungslosen Griff eines Klangstromes zu befinden, auf den etwas sehr Grundlegendes und Primitives in der menschlichen Natur reagiert.
(David Winter in Neuer Sänger, Neues Lied)
Rockmusik zielt darauf ab, emotionale, soziale, körperliche und kommerzielle Resultate zu bewirken; es ist keine Musik, die „nur sich selbst“ zum Zweck hat. Die Auswirkung von Rockmusik ist im Wesentlichen erotisch.
(Dr. S. Frith in Klangeffekte, Freizeitgestaltung der Jugend, sowie Ziele und Zwecke der Rockmusik)
Rock‘n‘ Roll ist heidnisch und primitiv und sehr ‚Dschungel-mäßig‘, und so soll er sein! In dem Moment, wo er das nicht mehr ist, ist er tot... die wahre Bedeutung von Rock... ist Sex, Subversion und Style.
(Rockmusikmanager Malcolm McLaren in Rock, August 1983)
Betrachtet uns als erotische Politiker.
(Jim Morrison in Fort Lauderdale News, 6. März 1969)
Rock’n Roll ist zu 99 % Sex.
(John Oates in Circus, 31. Januar 1976)
Rock’n Roll ist musikalische Pornographie.
(David Noebel in Das Erbe von John Lennon)
Rockmusik hat eine Botschaft, und es ist die Botschaft sexueller Freizügigkeit.
(Richard Taylor in Eine Rückkehr zu Christlicher Kultur)

Viele dieser Zitate finden wir in Interviews, die vor ca. 20 bis 35 Jahren gemacht wurden. Rockmusiker haben diese Dinge immer gesagt. Und wenn Rockmusiker vor 20 Jahren sagten, dass ihre Musik Unmoral und Sittenlosigkeit vermittelte, wie schmutzig und unmoralisch muss dann die Musik von heute sein! Warum sollten wir die Köpfe in den Sand stecken und behaupten, dass Musik moralisch neutral sei, wenn wir doch wissen, dass diese falsche Annahme von keinem anderen je vertreten worden ist?

(Übersetzt aus Harmony at Home/Tim Fisher; Seiten 81-87; #2)

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