Was ist weltliche Musik?

Ist Musik ungläubiger Komponisten, von denen manche auch einen fragwürdigen Ruf haben, immer verkehrt?

Es wird gesagt – oft ohne darüber nachzudenken – dass Christen mit „der Welt“ nichts zu tun haben sollen. Dies kann missverstanden werden, es sei denn, man betrachtet es im Licht der Schrift. Wenn die Absonderung betont wird, dann wird häufig 1. Joh. 2,15 zitiert, um die um uns herum zu warnen, dass sie es vermeiden sollen, irgendetwas mit „der Welt“ zu tun zu haben. Es ist klar, dass wir sie nicht „lieben“ sollen. Und doch sehen wir in Joh. 3,16, „dass Gott die Welt so sehr geliebt hat.“ Ist das ein Widerspruch? Das kann es nicht sein; aber vielleicht haben wir nur ein unvollständiges Bild davon, wer oder was „die Welt“ ist. Eltern warnen ihre Kinder oft davor, „weltliche“ Musik anzuhören. Das ist guter elterlicher Rat, aber wir müssen hier „weltlich“ genauer definieren, um besser verstehen zu können, was wir meiden sollen. Im Bereich der Musik haben wir einen sehr realen Feind, und wir können uns in diesem Kampf besser behaupten, wenn wir genau wissen, wie wir ihn erkennen können.

Harpers Bibellexikon erklärt uns, dass es im Neuen Testament drei Begriffe für Welt gibt: 1) den, der am häufigsten vorkommt und der auf Deutsch kosmos wäre; 2) einen Begriff, der „bewohnte Welt“ bedeutet (oikumene, wovon das Wort Ökumene kommt); und 3) einen Begriff, der wie aeon/aion klingt und der Zeitliches ausdrückt („diese Welt/die zukünftige Welt“). Kosmos ist der Begriff, der für unsere Betrachtung hier am wichtigsten ist.

Strongs Überarbeitetes Lexikon gibt mehrere Definitionen des Wortes kosmos an. Die erwähnenswertesten sind 1) „eine passende und harmonische Anordnung oder Verfassung, Ordnung, Regierung“; 2) „die Menge der Gottlosen; alle Menschen, die von Gott entfremdet und deswegen Christus gegenüber feindlich sind“; und 3) „Angelegenheiten der Welt; die Gesamtheit der irdischen Dinge“. „Die Welt“, die wir meiden sollen, ist weder „die er-schaffene Welt“ noch die Ungläubigen, sondern jenes organisierte Weltsystem, das feindlich gegenüber Christus ist. Unser Kontakt mit den Ungläubigen hat zum Ziel, sie aus diesem System zu befreien, und nicht, sie zu ermutigen, darinzubleiben.

Um das zu veranschaulichen, denke doch einmal an all die ungläubigen Menschen, mit denen du täglich zu tun hast. Wenn ein Monteur in dein Haus kommt, um den Kühlschrank zu reparieren, übt er, auch wenn er wahrschein-lich ungläubig ist, nicht die Funktionen eines „organisierten Weltsystems, das Christus gegenüber feindlich ist“ aus. Er hat mit notwendiger menschlicher Arbeit zu tun – mit dem Geschäft des Lebensunterhalts und nicht mit den Ge-schäften Satans. Wenn ein Verkehrspolizist da, wo sich ein Autounfall ereignet hat, seine Pflicht tut, führt er nicht Satans Plan aus, Christus vom Thron zu stürzen, sondern er vertritt eine staatliche Macht, die „von Gott verordnet“ wurde (Röm. 13,1 ff.). Die Schrift sagt uns, dass sogar „das Ackern der Gott-losen“ Sünde ist (Spr. 21,4 1), aber dies bezieht sich darauf, dass der Mensch nicht in der Lage ist, Werke zu tun, mit denen er sein Heil verdienen kann. Hier meinen wir ganz spezifisch die „feindliche Welt“, die Christen aktiv und konsequent meiden sollen. Es ist unlogisch und unbiblisch, Menschen zu meiden, mit denen wir im alltäglichen Leben zu tun haben.

Die „Welt“ bezieht sich nicht auf die Schöpfung. Gott erschuf die Welt und alles, was darin ist. Das erschaffene Universum „erzählt die Herrlichkeit Gottes“ (Ps. 19,1). In 1. Mose lesen wir, dass Gott Seine Schöpfung als „gut“ und „sehr gut“ bezeichnete. Obwohl sie jetzt unter dem Fluch steht, kann sich die „Welt“ nicht auf die physische Erde beziehen.

Wir erinnern uns, dass es sich bei der „Welt“ um jenes organisierte System auf der Erde handelt, das Christus feindlich gesinnt ist. Dies hilft uns, wenn wir im Bereich der Musik einige wichtige Anwendungen machen müssen.

Auf unseren Vortragsreisen, wenn wir über Musik sprechen und Christen vor den Gefahren der Musik der Welt warnen und ihnen die Notwendigkeit nahelegen, als Gläubige das „neue Lied“ von Psalm 40,4 zu singen, dann hören und spüren wir oft die Annahme, dass wir mit unserer Einstellung befürworten, dass jegliche Musik zu meiden ist, die von Ungläubigen geschrieben wurde. Nein! Wir befürworten aber, dass die Werke von Menschen zu meiden sind, die bewusst oder auch unbewusst in Feindschaft zu Christus verfasst wurden.

Wir sollen jegliches Werk von Menschen meiden, das bewusst oder un-bewusst gegen Gottes Ordnung verstößt. Es gibt zweifellos viele Ungläubige, die ohne darüber nachzudenken, Musik komponieren oder andere Kunstwerke schaffen, die gegen Gottes Gebote und Vorgaben verstoßen. In ihrer Kunst gibt es vielleicht keine böswillige Absicht oder bewusste Feindschaft gegenüber Christus, aber das erzielte Ergebnis entspricht nicht dem Plan Gottes, weil sie von Prinzipien ausgingen, die im Widerspruch stehen zu Gottes Gesetzen – und das ungeachtet ihrer jeweiligen Motive. Man soll sich in gleicher Weise bemühen, Werke dieser Art zu meiden, wie die von denen, die sich ganz bewusst und absichtlich mit ihrer Kunst Gott widersetzen. Aufgrund desselben Prinzips meiden wir auch gegebenenfalls die Kunst von Gläubigen.

Alle Menschen sind von der Sünde verdorben – keiner kann allein mit seinen Werken vor Gott Gefallen finden. Auch Christen sündigen noch. Nur weil wir errettet sind, bedeutet nicht, dass wir nicht in der Lage sind, etwas herzustellen, das im Widerspruch zu Gottes Plan steht. Ein Musikstück, das von einem christlichen Musiker geschrieben wurde, ist nicht von vorne herein besser als das eines ungläubigen. Ob ein Werk gut oder schlecht ist, hängt ab von seinem Inhalt und der Beziehung zu Gottes Charakter und Seinem Plan für unser Leben, wie es in Seinen Gesetzen der Musik reflektiert wird.

Genauso oft wird die Frage gestellt: „Was ist mit klassischer Musik, die von Ungläubigen komponiert worden ist?“ Die meisten klassischen Musikwerke wurden von Ungläubigen geschrieben, und junge Leute verwenden oft diese Tatsache, um Argumenten zu widersprechen, wenn das gottlose Leben von Rockmusikern angegriffen wird. Aber wir wollen es nicht dabei belassen, nur den – wie wir wissen – sündhaften Charakter von Menschen anzuschauen, sondern wir nehmen den Inhalt ihrer Werke unter die Lupe. Wurde ein Streichquartett von Mozart – bewusst oder unbewusst - im Widerspruch oder in Feindschaft zu Christus komponiert? Haben diejenigen, die Musik von Mozart hören oder spielen, als unmittelbares Resultat davon mehr und mehr ein Verlangen, das sich gegen den Plan Gottes für ihr Leben stellt? Nehmen wir ein Chorstück von Felix Mendelssohn. Wenn es von einem Schulchor geübt und gesungen wird: lernen oder erfahren die Schüler einen Inhalt, der im Widerspruch steht zu Gottes Ordnung oder Seinen Wertvorstellungen? Werden sie als eine direkte Folge davon an Dinge herangeführt, die im Gegensatz stehen zu dem Plan Gottes für ihr Leben? Auf diese Fragen kann man nur mit einem deutlichen NEIN antworten. In all den Jahren, in denen wir über Musik referiert haben, trafen wir keinen einzigen Teenager, der behauptete, dass sein Leben und seine Wertvorstellungen dadurch ruiniert worden wären, weil er klassische Musik gehört hatte. Gute Musik ist von Natur aus im Einklang mit den guten Dingen, die Gott für uns möchte.

Gottes Prinzipien, die wir in Phil. 4,8 finden – Wahrheit, Ehrbarkeit, Ge-rechtigkeit, Reinheit, Liebenswürdigkeit, guter Ruf, Tugend und Lob – sind der Maßstab für den Inhalt der Dinge, die für unser Leben nützlich sind. Wenn ein ungläubiger Koch in einem Restaurant ein gutes Essen zubereitet, dann ist es nicht sein Charakter, der unseren Appetit anspricht. Dies ist natürlich keine Rechtfertigung für einen verlorenen Sohn, der mit seiner Musik „die Schoten der Welt frisst“. Wir würden nie in ein teures Restaurant gehen, um uns dort - wenn auch die besten – Hamburger und Pommes Frites servieren zu lassen. Wenn wir wunderschöne klassische Musik anhören, dann sind es nicht die hohen Wertvorstellungen des Komponisten, die diese Musik so wunderschön machen; es ist der Inhalt der Musik – gemessen mit den Prinzipien Gottes.

Wir wollen wieder die Rockmusik betrachten. Obwohl diejenigen, die diese Art von Musik schreiben und aufführen, seit Jahren die bösen Absichten und Zwecke, die sie mit ihrer Musik verfolgen, zugeben, ist das nicht annähernd so wichtig wie die mangelhafte Qualität und die Verdorbenheit der Musik selbst. Die meiste Rockmusik wird von Leuten geschrieben, die ohne Frage in Feind-schaft zu Christus stehen. Aber noch viel schlimmer ist, dass die Musik selbst im Widerspruch steht zu Christus und dem Plan Gottes für unser Leben (Phil. 4,8). Schau dir an, was allein die Musik vermittelt. Welche Reaktionen bringt Rockmusik hervor? Sehen wir, dass ihre Zuhörer mit Gottesfurcht reagieren oder dass durch ihre Musik innere Einstellungen gefördert werden, die Gott wohlgefällig sind? Basiert diese Musik auf einer Ordnung Gottes für Kommunikation? Nein. Rockmusik ist populär, weil sie Sinnlichkeit und Freiheit von Einschränkungen und Regeln vermittelt – Unordnung und Rebellion. Rockmusik kann nichts anderes als weltlich sein, weil sie Musik für das Fleisch ist, das gegen den Geist kämpft (Gal. 5,17). Wir müssen jeglichen Musikstil meiden, der sich an Rockmusik orientiert – wie beispielsweise CCM (Contemporary Christian Music = Zeitgemäße/“Coole“ Christliche Musik) – obwohl der Komponist oder aufführende Künstler vielleicht gar nicht absichtlich und bewusst Gott herabsetzen oder sich Seinem Plan entgegen-stellen wollte. Die Weltlichkeit von Menschen ist ein Problem, wenn ihre Weltlichkeit eng mit ihrer Musik verbunden ist. Aber die Musik selbst kann weltlich sein. Wenn das der Fall ist, dann ist sie nicht die richtige Musik.

Es ist klar, dass in dieser Kürze nicht alle Fragen zu jedem Thema beantwortet werden können. Aber wenn wir deutlicher erkennen, was „die Welt“ ist, können wir uns konsequenter von ihr fernhalten. Gute Musik (unabhängig vom Komponisten) ist in Harmonie mit Gottes Plan für unser Leben. Robert Berglund macht in seinem Buch Eine Philospohie der Musik in der Gemeinde folgende scharfsinnige Beobachtung: „Wenn jeder beliebige Musikstil – mit der darin enthaltenen oder damit beabsichtigten Bedeutung – Empfindungen, Ideen, Emotionen, Wertvorstellungen oder Stimmungen verursacht, die von dem, durch oder für den unveränderten Weg des Lebens sind: Musik dieser Art ist in einem von Christus veränderten Leben total fehl am Platz.“2

[Übersetzt aus Harmony at Home/Tim Fisher, S. 149-152; #10]

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  1. 1951 Revidierte Schlachter Bibel.
  2. Robert Berglund, Eine Philosophie der Musik in der Gemeinde (Chicago: Moody Press, 1985), S. 12.